Louisiana / New OrleansNew Orleans – „The Big Easy“– wäre nicht das was esheute ist, wenn seine Bewohner nicht immer wiederihre unerschütterliche Lebensfreude – das, was man aufFranzösisch joie de vivre nennt – bewiesen hätten. Sokonnten sie auch dem größten Unglück, das die Stadtin den letzten Jahren heimsuchte, nämlich die Überschwemmungeninfolge des Hurrikans Katrina 2005,etwas Positives abgewinnen: Nach dem erfolgreichenWiederaufbau besitzt New Orleans nun die neuestenund modernsten Bars, Restaurants und Hotelzimmer imganzes Land – für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel.Auf der Website www.NewOrleans.de könnendie Hotels nach Stadtgebieten gesucht werden. Wennman ein Hotel in der Nähe des Messegeländes sucht,kann man beispielsweise die Region „Warehouse/ArtsDistrict“oder „Central Business District“wählen, suchtman eine zentrale Unterbringung, wählt man „FrenchQuarter Area“ und so weiter.Auch die vielen Festivals, für die New Orleans schonimmer bekannt war, verzeichnen inzwischen wiederneue Besucherrekorde. Nicht nur für Musikfreunde istdas größte und bekannteste jährlich wiederkehrendeFest in New Orleans der Karneval mit dem Mardi Gras(Faschingsdienstag) als Höhepunkt. Das bekanntesteMusikereignis hingegen ist zweifelsohne das Jazz andHeri tage Festival (kurz „Jazz Fest“ genannt), das anzwei aufeinander folgenden Wochenenden Ende Aprilund Anfang Mai auf der Pferderennbahn Fair Groundsstatt_ ndet. Neben Jazz sind hier auch Rock, Bluesoder Zydeco zu hören. Seit 2001, dem 100. Todestagsvon Louis „Satchmo“ Armstrong, der von hier aus denJazz in alle Welt hinausgetragen hat, ehrt New Orleansden unvergessenen Startrompeter alljährlichen AnfangAugust mit einem eigenen Fest, dem Satchmo Summerfest.Natürlich hört man seine unverwechselbareMusik auch zu anderen Zeiten hier in der Geburtsstadtdes Jazz, wo man sogar den internationalen Flughafennach ihm benannt hat. Ein weiterer Höhepunkt im musikalischenVeranstaltungskalender der Stadt ist dasFrench Quarter Festival. Mitte April werden hier für einWochenende vor allem in der Bourbon und der RoyalStreet sowie auf dem Jackson Square Bühnen aufgebaut,auf denen einheimische, aber auch internationaleBands kostenlose Konzerte geben.Auch außerhalb des Festivals ist dieser Stadtbezirk derMittelpunkt des Geschehens. Bei der Gründung derStadt hatten die französischen Siedler nämlich zunächstein kleines, etwas höher gelegenes Stück Land bebaut,das die Angloamerikaner heute als „French Quarter“(„französisches Viertel“) bezeichnen, während es imFranzösischen «Vieux Carré» („altes Viertel“) genanntwird. Mit seiner wunderschönen Architektur, seinenBacksteinbauten und den charakteristischen schmiedeeisernenBalkonen bildet es den Kern des heutigenStadtzentrums. Tagsüber tummeln sich vor allem dieTouristen in den zahlreichen Kunst- und Antiquitätenlädenund den Souvenirgeschäften, doch wenn dieSonne untergeht, blüht das Leben erst richtig auf, dennauch New Orleans ist eine Stadt, die niemals schläft.Neonlichter, buntes Treiben und vor allem die Musikbeherrschen in der Nacht die Bourbon Street – auf derStraße selbst, in den Bars und Clubs, einfach überall.Eine Legende, nicht nur unter Jazzfreunden, ist die PreservationHall, die auf keinem Reiseplan fehlen darf.Seit 1961 wird in diesem über 250 Jahre alten Gebäudein der St. Peter Street, das zu den ältesten der Stadtzählt, klassischer, traditioneller Jazz gespielt. Die Musikerspielen auf einer Bretterbühne in schummrigemLicht meist von 20:30 Uhr bis Mitternacht. Trotzder großen Bekanntheit ist der Eintritt mit $8 erschwing-lich. Die Nachfrage ist daher um so größer, so dass manentweder früh erscheinen muss oder möglicherweisein einer langen Schlange steht und auf Einlass wartet.Die Sitzgelegenheiten sind begrenzt und bestehen ohnehinnur aus Holzbänken und Sitzkissen. Es gibt wederEssen noch Getränke und statt einer Klimaanlagenur Deckenventilatoren,aber dafür viel „Atmosphäre“und gute Musik.Im Südwesten wird das French Quarter von der breitenCanal Street begrenzt. An deren südöstlichem Ende,in Richtung auf das Flussufer des Mississippi zu, findetman noch eine Reihe weiterer Attraktionen: das AudubonInsectarium, das Aquarium of the Americas,Harrahs Casino und noch einiges mehr. Gegenüberdem Audubon Insectarium führt die Magazine Streetnach Süden. Hier findet man, ebenso wie in der CanalStreet selbst, eine große Zahl von Geschäften. Das Einkaufenlohnt sich hier doppelt, denn Louisiana ist einerder wenigen US Bundesstaaten, in dem über 1.100 Geschäftedie Möglichkeit des steuer freien Einkaufs („Taxfreeshopping“) anbieten. Die staat liche und in einigenFällen auch die kommunale Ver kaufssteuer (zwischen5% und 9%) werden von Louisiana Tax-Free Shopping(LTFS) für alle Artikel zurückerstattet, die bei einem derangeschlossenen Einzelhändler oder Fabrikverkäufeerworben werden, sofern es sich um Waren handelt,die der Besucher bei seiner Abreise ausführt (also keineLebensmittel und keine Zahlungen für Unterkünfteoder Autoanmietung). Um in den Genuss dieser Vergünstigungzu kommen, muss man lediglich einenausländischen Reisepass vorlegen und um einen Belegfür die Steuerrückerstattung („Tax Refund Voucher“)bitten. Man zahlt zwar zunächst den vollen Preis einschließlichder Steuer, erhält aber eine Quittung, dieman mit dem Voucher und dem Rückflugschein beimLTFS Refund Center am internationalen Flughafen vonNew Orleans (MSY) vorlegt. Wenn man Louisiana nichtper Flugzeug verlässt, kann man die Rückerstattung aufdem Postweg von zu Hause aus beantragen. Von demzu erstattenden Betrag wird eine Bearbeitungsgebührabgezogen. Weitere Informationen zum steuerfreienEinkauf (in deutscher Sprache)findet man im Internetunter www.LouisianaTaxFree.com/germany/refundsinstructions.html.Auch Straßenbahnen gehören zum Flair von New Orleans,nicht umsonst nannte Tennessee Williams seinwohl berühmtestes Theaterstück A Streetcar NamedDesire. Es gibt die Canal Street Line und die RiverfrontLine, aber für Besucher am interessantesten ist die LinieSt. Charles mit ihren grünen Wagen, die bereits seit 1893New Orleans mit der Vorstadt Carrollton verbindet. Siefährt von der Canal Street bis zum Audubon Park. HinundRückfahrt dauern etwa anderthalb Stunden undsind eine preiswerte und bequeme Art, die Stadt aufeigene Faust zu besichtigen.Die Strecke führt unter anderem entlang der St. CharlesAvenue durch den Garden District mit seinen zahlreichenprächtigen Herrenhäusern aus dem 19. Jahrhundert.Natürlich kann man hier auch die Fahrt unterbrechenund sich das Villenviertel zu Fuß anschauen. Dabeikann man auch den Lafayette-Friedhof Nr. 1 besuchen.Wie auch die anderen Friedhöfe der Stadt ist er etwasBesonderes, denn im sumpfigen New Orleans musstendie Toten früher über der Erde bestattet werden, und sogleichen die Friedhöfe mit ihren oft imposanten Grabmälernkleinen Städten mit Miniaturgebäuden in denunterschiedlichsten Baustilen.Nachdem man die Stadt, die sich wie eine Mondsichelum das Mississippidelta schmiegt (daher auchder Name „Crescent City“), besichtigt hat, empfiehltsich ein Ausflug in das Umland, etwa in die herrlichenIn einem der meistbesuchtenGräber der USA liegt MadameLaveau, die „Queen of Voodoo“.Man fi ndet dieses schlichte Grabauf dem St.-Louis-Friedhof Nr. 1in New Orleans.